alles was mich fasziniert, inspiriert, interessiert oder unterhält von Natalie Schöttler
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Ich selber kannte Jonathan Safran Foer bis vor ein paar Wochen noch gar nicht. Als ich eine Doku auf arte über New Yorker Schriftsteller mit meinem Freund zusammen sah – blieb JSF als Einziger in sympathischer Erinnerung mit dem Vermerk – »von dem würde ich gerne mal etwas lesen«. »eating Aninmals« bereits auf englisch erschienen brachte einen meiner besten Freunde dazu kein Fleisch zu essen, zumindest für eine längere Zeit, denke ich. Seine Reaktion auf das Buch fand ich krass und war gleichzeitig sehr fasziniert davon, dass ein Buch eine solch drastische Reaktion auslösen kann. (wie Erich Kästner eins sagte »…Die Welt verbessern und dran verdienen – das lohnt, drüber nachzudenken…«)
-> Dieses Buch kann ihre Essgewohnheiten ändern. Es ist ein leidenschaftliches Plädoyer.« Tages-Anzeiger
-> »Eine brillante Mischung aus Recherchejournalismus und Autobiografie.« taz
Hier eine kleine Leseprobe für alle die neugierig geworden sind: (http://xlurl.de/4Y7Ik9)
Mittlerweile bin ich der Meinung:
es ist vollkommen ok kein Fleisch zu essen, genauso wie es ok ist Fleisch zu essen.
Auf das WIE kommt es an. Wichtig finde ich die Position des anderen zu respektieren und nicht mit allen Mitteln von seiner eigenen Meinung überzeugen zu wollen. Fleisch essen ja, aber bewusst, kritisch, in Maßen und Bio!
Ich denke das realistischste Ziel welches sich in Sichtweite befindet ist es die Menschen zu einem geringeren Fleischkonsum zu bewegen und ein kritischeren Umgang mit dem Thema “Fleischproduktion” zu erreichen.
-> »Mehrere Jahre lang recherchierte Foer in Mastställen und landwirtschaftlichen Betrieben. Vor allem aufgrund der Qualen, denen die Tiere bei Aufzucht und Schlachtung ausgesetzt sind, plädiert Foer eindringlich für: weniger Tiere essen.« Die Zeit
Es wird immer Menschen geben die etwas besser können als ich – z.B. jagen – ich muss das nicht selber machen um Fleisch essen zu dürfen – ABER das Argument – »so war das schon immer» – stimmt einfach nicht. Weil etwas einmal begonnen wurde muss es nicht immer richtig oder das einzige Wahre sein. Wie im Werbetrailer für das Buch (http://xlurl.de/65YG95) gesagt wird: » Sobald wir die Gabeln in die Hand nehmen beziehen wir Position« bin auch ich der Meinung – das es wichtig ist, dass wir mit dieser Position dann auch leben können.
Der Mensch verfügt als einziges Tier über eine sehr ausgeprägte Intelligenz und Emotionen. Deswegen ist der Mensch in der Lage Verstand und Moral zu vereinen. Die Moral ist, was das Essen angeht, in Vergessenheit geraten. Deswegen finde ich das Buch so großartig. Es bringt die Menschen dazu zu Reflektieren, zu Diskutieren und hoffentlich auch wieder dazu etwas bewusster zu Essen.
-> »Es ist das leidenschaftliche, an Gefühle wie an den Verstand appellierende Plädoyer für mehr Verantwortungsbewusstsein in dieser Welt.« Stern
-> »In Amerika sorgt das Neue Testament der Vegetarier-Bewegung seit Ende vergangenen Jahres für erhitzte Diskussionen. […] Die Fakten in Foers Buch mögen nicht neu sein, doch in der geballten Zusammenstellung entfalten sie eine neue Wucht. Dabie verzichtet er auf jeden Furor und beschränkt sich auf genaue Beobachtungen.« Spiegel online
Was mir bei all der Diskussion bewusst wird und ich gleichzeitig sehr faszinierend an TIERE ESSEN finde ist, dass man sich plötzlich sachlich auf intellektueller Ebene über das Thema »Tiere Töten« unterhalten kann. Das Thema existiert schon eine ganze Weile, aber ich kann mich an keine Situation erinnern wo es in den Medien so ernst genommen wurde. Oft existiert schon fast ein schlechtes Klischee im Kopf von einem vegetarischen Märtyrer, der alle bekehren will und deswegen auch schnell in eine Schublade gesteckt, oft sogar mehr belächelt als ernst genommen wird. Diesen Eindruck erweckt Jonathan Safran Foer nicht und deswegen funktioniert sein Buch vermutlich.
Ebenso amüsant wie auch interessant finde ich das viele bei »vegetraischen Essen« an Körner, Gries und Samen denken – statt an Gemüselasange, Nudeln mit Tomatensauce oder gefüllte Zuccine mit Ricotta und Ziegenfrischkäse
Nun muss ich aber dringend das Buch lesen, damit ich über vieles was Jonathan Safran Foer schreibt nachdenken, reflektieren und später diskutieren kann. Und eins ist sicher – ich werde vorher bewusst Fleisch essen, wer weiß wie lange es das letzte Ma(h)l war!
Interessante Links:
- http://www.welt.de/die-welt/kultur/article8884293/Fast-zu-gut-um-wahr-zu-sein-Fast-zu-gut-um-wahr-zu-sein.html
- »Best of Presseschau«: http://xlurl.de/8hN4sj
- http://cl.ly/20J2 taz
- http://bit.ly/beLN8f faz
- Jonathan Safran Foer »Du bist, was du isst« – heute, ZDF 23.20 Uhr aspkete (nachträglich auch hier zu sehen: http://cl.ly/202D )
- Hörenswert: ZEIT-Redakteur Jens Jessen im Deutschland-Radio Interview über TIERE ESSEN: http://krz.ch/vhse
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